Ägypten – Hurghada, am Roten Meer

Das Unterwasserleben des Roten Meeres ist immer wieder faszinierend! Deswegen zog es uns erneut nach Ägypten und wir wissen schon jetzt, dass es für uns nicht der letzte Aufenthalt am Roten Meer war. Wer sich für Sonne, warmes Meerwasser und bunte Fische begeistern kann, ist hier genau richtig, denn das Rote Meer ist eines der schönsten und beliebtesten Unterwasserparadiese der Erde und lockt daher Taucher und Schnorchelfreunde aus aller Welt an.

Rotes Meer Aegypten Red Sea Egypt

Unseren ersten Urlaub in Ägypten verbrachten wir auf der Sinai-Halbinsel in Sharm el Sheikh. Das Hausriff und der Tauchausflug zum Unterwasser-Nationalpark Ras Mohammed waren atemberaubend schön!

Diesmal buchten wir eine Reise nach Hurghada, eine touristische Hochburg an der nördlichen Westküste des Roten Meeres. Zugegeben hat Sharm el Sheikh mehr Charme als Hurghada, auch was den Zustand unter den Wellen angeht, aber wir bereuen es keinesfalls dort gewesen zu sein!

Hurghada Aegypten Sonnenuntergang
Die Korallenbänke sind weniger bunt als die, die sich um die Sinaisüdspitze herum befinden und leider sahen wir viele abgestorbene Korallen. Die Tierwelt aber ist dieselbe und man wird eine breite Palette an Arten entdecken können. Die Reiseveranstalter in Hurghada bieten Boottouren als Tagesausflüge zu den Korallenbänken um die vorgelagerten Inseln Giftun Islands an. Schon die Ausblicke, die man vom Boot aus auf das Rote Meer genießen kann, sind so unglaublich schön. Das Rote Meer müsste eigentlich Blaues Meer heißen, so intensiv ist seine Farbe. Die Blautöne wechseln und variieren immer wieder auf eine faszinierende Weise. Die Korallenbänke erkennt man schon aus der Ferne an ihren smaragdgrünen Farben mit den dunklen Stellen. Sie bilden manchmal abstrakte und beispiellose Formen. Dahinter die kahlen Inseln, die sich in der Sonne in Beige-, Gelb- und Orangetönen zeigen und die wie ein extremer Kontrast zu dem blauen Wasser und seiner lebendigen Vielfalt stehen. Nur alleine für diese Aussichten und Eindrücke lohnt sich schon fast so ein Bootstrip. Aber eben nur fast!

Die Fauna des Roten Meeres

Nur allein mit einer gewöhnlichen Schnorchelausrüstung erspäht man so einiges Interessantes, wie – um mal Einige anzuführen – Flötenfische, Doktor-, Falter-, Kaiser- und Drückerfische (häufig trafen wir an: Arabischer Doktorfisch, Maskenfalterfisch, Tabakfalterfisch, Rotkopffalterfisch, Rotmeer-Wimpelfisch, Fähnchenfalterfisch, Rotmeer-Rippenfalterfisch und Picasso-Drücker), schwarz-weiß gestreifte Preußenfische, ganze Schwärme an weiß- und gelbfarbenen Barben und die beliebten und gern gesehenen Papageifische, von denen es einige Unterarten gibt. Daher sieht man sie in allerlei Farben. Gelbe, Grüne, Blaue, Bunte und auch recht Dunkle.

Nicht zu vergessen sind die Kugel- und Igelfische, davon ganz Kleine (oft sahen wir kleine niedliche Spitzkopfkugelfische) und recht Große (einen ausgewachsenen Gepunkteten Igelfisch mit einer geschätzten Länge von ungefähr 70cm).

Die Köpfchen der kleinen Seenadeln sehen denen der Seepferdchen sehr ähnlich. Insgesamt werden die Seenadeln gerade mal zehn bis zwölf Zentimeter lang und sehen ganz possierlich aus.

Verschiedenen Arten an Barschen, Sergeants und Lippfischen begegnet man ziemlich oft unter Wasser, wie zum Beispiel den roten Fahnenbarschen, verschiedenen Riffbarschen, grünen Chromis, Scherenschwanz-Sergeants, den herrlich blauen Arabischen Putzerlippfischen, den bunten Rotmeer-Junker und Schachbrett-Junker, aber auch Diadem-Husarenfischen, Blauen Segelflossern, Anemonenfischen und verschiedenen Grundeln.

Weiter draußen sieht man auch mit etwas Glück die riesigen Napoleonfische. Der Napoleonfisch gehört zu den Lippfischen und erreicht eine Endgröße von etwas mehr als zwei Metern. Schnorchler brauchen aber vor diesem großen und beeindruckenden Fisch keine Angst zu haben. Sich in Acht nehmen sollte man sich allerdings sehr vor Muränen. Sie sind gefährlich, ihnen sollte man nicht allzu nahe kommen. Weitere giftige sowie gefährliche Fische sind die Feuerfische, Steinfische, aber auch Haie (wir sahen keine, sie leben viel weiter draußen im Meer) und Rochen. Rochen besitzen an ihrem Schwanz einen Stachel mit Widerhaken, den sie bei Bedrohung einsetzen. Weder Feuerfisch, noch Steinfisch oder Rochen, keine dieser Tiere ist aggressiv. Schnorchler und Taucher brauchen daher keine Angst vor Angriffen zu haben. Man sollte nur aufpassen, dass man nicht versehentlich auf einen Rochen drauf tritt und man sollte vermeiden, die Tiere anfassen zu wollen, denn das würde eine Bedrohung für sie darstellen, was dann doch einen Angriff auslösen kann.

 

Im Roten Meer kann man auch Delphine beobachten. Es gibt extra Touren per Boot, die sich als Hauptziel das Entdecken von Delphinen setzen. Als Touri lohnt sich eher der Blick oben vom Boot aus auf diese wunderschönen Geschöpfe; ins Wasser springen und mitschwimmen braucht man jedenfalls nicht. Die Chance, dass die wildlebenden Delphine nah genug an Sie bzw. Sie genug an die Delphine heran kommen ist sehr gering. Da genießt man doch eher das Erlebnis, zu sehen wie die Delphine unter dem Boot lang schwimmen und der ein oder andere vielleicht einen verspielten Sprung aus dem Wasser macht.

Wenn Sie etwas Seltsames und Längliches im Wasser am Grund entdeckten, wird es sich wahrscheinlich um eine Seegurke handeln. Auf unseren Fotos ist eine Schwarze Seegurke zu sehen. Es gibt aber auch bei der Seegurke mehrere Arten, weshalb sie auch andere Farben besitzen.

Seesterne wie man sie kennt haben wir leider nicht gefunden, aber jeden Abend als Ebbe war, sah man zig Schlangensterne. An Seeigeln entdeckten wir zwei Arten, den Diadem-Nadelseeigel und den Pfaffenhutseeigel. Sehr eindrucksvoll sind aber auch die Riesenmuscheln.

Auch bei Ebbe gibt es so Einiges zu sehen wie zum Beispiel, die schon erwähnten Schlangensterne, aber auch jede Menge kleiner Einsiedlerkrebse sowie Krabben und Käferschnecken.

Schade, dass wir hier unseren Lesern kein Foto von einem Kalmar zeigen können. Die sehen wirklich toll aus, eher durchsichtig, aber sie schillern bunt. Ebenso gibt es noch viele weitere Tiere, die im Roten Meer leben, die wir aber teilweise nicht zu Gesicht bekommen haben wie beispielsweise diese bunten Schnecken, Garnelen, Schildkröten, den Dugong, Seepferdchen, Barrakudas und Haie. Aber das soll nicht heißen, dass ein anderer Urlauber diese Tiere nicht entdecken könnte.

Korallen sieht man dagegen aber schon meist in Strandnähe. Um nur mal eine Handvoll an Arten dieser besonderen Tiere aufzuzählen: Es gibt Ast-, Diskus-, Griffel-, Him-, Leder- und Netzfeuerkorallen sowie Reihenkorallen und Hirschhornkorallen.

Zwischen dieser bunten Vielfalt an Korallen verstecken sich Seeigel. Also Vorsicht beim Erkunden!

Fauna am Land

Ägyptens Landschaft ist karg, heiß und trocken. Es gibt Tiere, die an diese extremen Klimabedingungen angepasst sind bzw. sich tagsüber in kühleren Verstecken aufhalten und als Nachtaktive erst zu Sonnenuntergang heraus kommen, um dann auf Nahrungssuche zu gehen und sich auf tagsüber von der Sonne aufgeheizten Steinen und Mauern wärmen. So sieht man abends Geckos über den Sandboden flitzen. Sehr häufig sahen wir sie auch an den Außenwänden des Hotels. Sollten sie sich einmal doch im Zimmer aufhalten, verjagen Sie sie nicht. Sie sind sehr nützliche Tiere und jagen Insekten, die sich an Lichtquellen tummeln.

Ägypten ist das Verbreitungsgebiet einiger Hemidactylus-Arten, wie zum Beispiel Hemidactylus robustus, Hemidactylus sinaitus, Hemidactylus turcicus, aber auch Fächerfingergeckos leben hier (Ptyodactylus hasselquistii, Ptyodactylus guttatus und Ptyodactylus ragazzii), die man an ihren auffällig breiten Zehen erkennt. Weiterhin gibt es in Äqypten noch Zwergwüstengeckos und den Ägyptische Mauergecko (Tarentola mindiae).

Natur- und Umweltschutz

Jedem Urlauber möchten wir ans Herz legen, sich an Verhaltenshinweise zu halten. Diese besagen beispielsweise Folgendes: das Anfassen sowie Abbrechen von Korallen ist verboten, Absperrungen im Wasser schützen Korallen, die ziemlich nah an der Wasseroberfläche sind und durch Schnorchler versehentlich abgebrochen werden könnten, Muscheln sollen im Wasser bleiben – auch in einem scheinbar leerem Schneckenhaus befinden sich oft kleine Lebewesen, die das Wasser zum Leben benötigen, Fische dürfen nicht angefasst werden, bestellen Sie im Restaurant keinen Hummer – diese armen Kreaturen sind vom Aussterben bedroht, aber da sie so viel Geld einbringen, achten die Menschen leider nicht auf Artenschutz.

Ich selbst wasche mir auch vor dem Schwimmengehen immer die Haare mit klarem Wasser aus, da ich oft Haarspray verwende.

Übrigens ist das Mitnehmen von Steinen, Korallen, Muscheln sowie auch Teilen von Muscheln strengstens verboten. Bei Verstoß sind hohe Geldstrafen zu erwarten, denn das Rote Meer samst seiner Lebewesen steht unter Naturschutz. Und das zu Recht. Halten Sie sich bitte an diese Regeln, um diesen Lebensraum mit all seinem Besonderen zu wahren.

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