Nicht nur Eidechsen werfen ihren Schwanz ab

Wer schon mal als Kind eine Zauneidechse im Garten gefangen hat, wird erlebt haben, dass diese dabei ihren Schwanz abgeworfen hat. Bei Gefahr tun das aber nicht nur Eidechsen und Geckos, die ihren Schwanz unter anderen als Energiespeicher brauchen, sondern auch Rennmäuse. Häufig wird die mongolische Rennmaus als Haustier gehalten. Bei beiden Tieren ist das eine Einrichtung des Körpers zum Schutz vor Fressfeinden (=Autonomie). Wird zum Beispiel eine Eidechse von einer Katze gejagt und am Schwanz gepackt, kontrahieren sich die Ringmuskeln am Schwanz und die Eidechse wirft somit ihren Schwanz, manchmal auch nur einen Teil ihres Schwanzes, ab. Bild10Dieser bewegt sich dann schlängelnd noch eine ganze Zeit lang, da im Schwanz ein eigenständiges Nervensystem ist. Die Katze fokussiert dann nur noch den noch zappelnden Schwanz, ergreift ihn, glaubt wahrscheinlich auch einen Jagderfolg gehabt zu haben und ist somit von der Eidechse abgelenkt. Der Sinn ist also, dass die Eidechse, dank dieser natürlichen Schutzeinrichtung, überlebt hat. Der Schwanz der Eidechse wächst wieder nach, allerdings nicht mehr so lang, nicht mehr so schön gemustert, also einfarbig und die Schwanzspitze wird nie wieder so spitz werden wie der ursprüngliche Schwanz. Zusätzlich verliert die männliche Eidechse an Attraktivität gegenüber den Eidechsendamen. Es dauert etwa ein Jahr bis der Schwanz, also ein Regenerat nachgewachsen ist. Die Bruchstelle erkennt man sofort und wird auch so lange das Tier lebt sichtbar bleiben. Eidechsen können mehrere Segmente abwerfen, da mehrere Bruchstellen zur Verfügung stehen an denen das Bindegewebe schwächer ist: hat die Eidechse nur ihre Schwanzspitze abgeworfen und ist diese als Regenerat wieder nachgewachsen, kann der Schwanz erneut abgeworfen werden. Die neue Bruchstelle befindet sich dann weiter zur Schwanzwurzel zu (proximal). Ist allerdings einmal der komplette Schwanz abgeworfen und nachgewachsen, kann er nicht noch mal abgeworfen werden.

Der Schwanz der Rennmaus kann ebenfalls bei Gefahr abfallen, aber nicht komplett. Er wird nicht abgeworfen, sondern reißt einfach nur schnell ab. Dieser bewegt sich dann auch nicht mehr. Bei Rennmäusen ist der Schwanz behaart. Diese Behaarung schützt vor Austrocknung. Wer Rennmäuse hat, sollte sie nie am Schwanz festhalten (nur möglich genau an der Schwanzwurzel), da schnell die Behaarung und die Haut verletzt werden können. In manchen Fällen ist der Knochen des Schwanzes sogar zu erkennen. Die Verletzung führt dann dazu, dass ab der Kahlstelle der Schwanz austrocknet und nach wenigen Tagen abfällt. Die Rennmäuse knappern auch selbst den trockenen Teil ab. Leider wächst der Schwanz der Rennmaus nicht wieder nach.

In beiden Fällen, egal ob Gecko oder Rennmaus, braucht der Halter nicht eingreifen und die Bruchstelle verbinden oder verarzten. Die Wunde verheilt von allein und Infektionen treten bei guter Pflege und Grundhygiene eigentlich nicht auf.

Weitere Tiere, die ihren Schwanz bei Gefahr verlieren:

Bei Streifenhörnchen kann der Schwanz ebenfalls abreißen. Der Schwanz an sich wächst nicht wieder nach, aber wenigstens die Behaarung. Auch hier braucht man nicht panisch den Tierarzt aufsuchen. Die Voliere sauber halten und die Wunde beobachten (ähnlich wie bei den Rennmäusen). Eine Infektion erkennt man daran, dass das Schwanzende stark erwärmt ist (Entzündung) und dass sich das Tier dort juckt und kratzt. Dann muss der Tierarzt aufgesucht werden. So auch bei Degus.

Der Schwanz der Stachelratte wächst auch nicht wieder nach.

Die Blindschleiche ist keine Schlange, sondern eine Echse ohne Extremitäten, die 50cm lang werden kann und auch Augenlieder besitzt und natürlich nicht blind ist (siehe Wikipedia: Blindschleiche). Sie lebt im Wald mit hoher Bodenfeuchtigkeit, ist aber auch oft auf Gehwegen zu sehen, wo sie die Sonnenstrahlen geniest. Sie ernährt sich von Insekten, Regenwürmern und Nacktschnecken. Wenn die Blindschleiche einmal ihren Schwanz abgeworfen hat, wächst kein Regenerat nach, sondern nur ein Stumpf.

Bei der Entwicklung der Kaulquappe zum Frosch wirft die Kaulquappe ihr Schwänzchen ab sobald sich Beine voll entwickelt haben.

Panzergürtelschweife werfen ihren Schwanz nur ab, wenn alle anderen Verteidigungsmaßnahmen nichts mehr nützen. Normalerweise beißen sie sich bei Gefahr selbst in den Schwanz und bilden so einen festen harten Panzerring.

Unter anderen noch: Grüner Leguan, Leopardgecko, Streifenskink, Rotkehlanolis, Goldstreifensalamander, Smaragdeidechse, Stachelleguan, Lykische Salamander und Sudanschildechse.

Beispielsweise Warane, Basilisken, Feuersalamander, Molche und Bartagamen werfen ihren Schwanz nicht ab.

2 Gedanken zu „Nicht nur Eidechsen werfen ihren Schwanz ab

  1. Sascha

    Bei der Kaulquappe bildet sich der Schwanz lediglich zurück, er wird nicht abgeworfen. Habe schon viele Fröschchen großgezogen und weiß, dass da nichts verschwendet wird. 🙂

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