Leopardgeckos halten Winterruhe

Winterruhe, kein Winterschlaf

Auch eine umgedrehte Tonschale ist bei den Leopardgeckos ein beliebter Rueckzugsort fuer die WinterruheLeopardgeckos halten über die kalten, nahrungsknappen Monate eine Winterruhe, keinen Winterschlaf. Das bedeutet, dass sie das Fressen einstellen und sich vor der Kälte in Höhlen und Verstecke zurückziehen, um viel zu schlafen und so den Winter zu überdauern. Es ist aber kein tiefer Schlaf wie beispielsweise bei den Igeln, sondern einfach nur ein Ruhen. Der Leopardgecko fällt auch nicht in eine Art Kältestarre oder ähnliches. Im Gegenteil. Auch während dieser Winterruhe spazieren die Leos selten, aber mal durchs Terrarium oder kommen zum Trinken an den Wassernapf.

Winterruhe ist gesund

Die Winterruhe ist wichtig für die Gesundheit der Tiere, denn sie:

  • lässt biologische Prozesse ablaufen, die wichtig für die Regeneration sind
  • fördert die Aktivität der Leopardgeckos im folgendem Jahr
  • sie wirkt sich positiv auf das zu erreichende Alter aus; lebensverlängernd
  • simuliert Verhältnisse wie in der Natur (Jahreszeiten; Temperaturen wie im natürlichem Lebensraum der Leopardgeckos)

Welche Tiere dürfen keine Winterruhe machen

Da wir Menschen unsere Haustiere gern haben, schützen wir sie vor natürlicher Auslese (beispielsweise durch Medikation, Impfungen, Operationen, usw.), um den Tieren ein möglichst langes Leben zu ermöglichen, sodass wir uns lange an ihnen erfreuen können. Daher sollten nur gesunde und gut genährte Leopardgeckos die Winterruhe antreten. Zu schwache oder kranke Tiere würden es nicht überleben. Ebenso sollten keine mageren und/oder verletzten Leopardgeckos, sowie Geckos, die trächtig sind oder welche, die ihren Schwanz vor kurzem abgeworfen haben, in Winterruhe gebracht werden.

Bei jungen Leopardgeckos sollte der Halter selbst entscheiden, ob er seine unter-ein-jährigen Tiere Winterruhe machen lässt. Eigentlich ist es natürlich und es sollte für gesunde kleine Leos kein Problem sein. Jedoch bei Leopardgeckobabys, die sehr spät im Sommer geschlüpft sind, würden wir persönlich die Winterruhe ausfallen und sie erst im nächsten Winter machen lassen.

Wie lange dauert die Winterruhe

  • Zeitspanne bis zur herunter geregelten Temperatur:
    • zwei bis drei Wochen
  • Die Dauer der Winterruhe an sich:
    • ein bis drei Monate (nach Belieben)
  • Zeitspanne zum Heraufregeln der Temperatur:
    • zwei bis drei Wochen

Temperaturen in der Winterruhe

  • Tagsüber: 15 – maximal 18°C (Der Verdauungsapparat stellt erst bei niedrigen Temperaturen seine Arbeit ein. Schlussfolgernd würden die Geckos bei Überwinterungstemperaturen von mehr als 18°Celsius hungern. Letztendlich wäre das keine gesunde Winterruhe.)
  • Nachts: darf es ein paar Grad kälter sein, 12 – 15°C
  • Nie!: unter 10°C

Tiefergehende  Informationen zur Winterruhe bei Leopardgeckos

Obwohl im Terrarium stabile Temperaturen herrschen, werden Sie als Pfleger bemerken, dass Ihre Leopardgeckos immer inaktiver werden, sobald draußen bei uns der Winter beginnt. Die Tiere merken es irgendwie, denn die Tage sind kürzer und dunkler.

So eine Schlangenhoehle eignet sich gut als Versteck fuer die WinterruheUm die Leopardgeckos auf die Winterruhe vorzubereiten, lässt man sie (z.B. Anfang Oktober) entwurmen. Die Wurmkur wird nach 10 Tagen wiederholt. Diese Wurmkur ist nötig, denn über die Futterinsekten gelangen Erreger, wie beispielsweise Oxyurenwürmer, in den Körper der Leopardgeckos. Vorab schicken wir erst gar keine Kotprobe zur Untersuchung ein, denn die war die letzten Jahre immer positiv auf Oxyuren.

Wir lassen unsere Tiere also gleich entwurmen und sparen uns die 10 EUR. Nun (ab Mitte Oktober) gibt man seinen Leopardgeckos immer weniger und seltener Futtertiere ins Terrarium. Ein bis zwei Wochen nach der letzten Wurmkur reicht man beim Tierarzt eine Sammelkotprobe ein zur Untersuchung auf Parasiten und andere Krankheitserreger. Ist diese negativ, also die Wurmkur erfolgreich gewesen, dürfen alle gesunden Leopardgeckos die Winterruhe antreten.

Dann (ab November) zieht man die Leopardgeckos in ein anderes Terrarium um, in denen sie ihre Winterruhe halten können und in dem man innerhalb von zwei Wochen die Temperaturen allmählich absenkt bis sie tagsüber zwischen 15 und 18°C betragen. Der Umzug kann beispielsweise von der warmen Stube ins kühle Schlafzimmer, einen gesonderten Raum oder in den Keller erfolgen. Ersteres ist keine ultimative Lösung, denn bei 15°C zu schlafen ist uns persönlich ein wenig zu kalt 😉 Wer eine andere Möglichkeit hat, braucht seine Tiere natürlich nicht umzusetzen; aber man kann diesen Anlass für eine Grundreinigung des Terrariums nutzen.

Außerdem kann man so sicher gehen, dass keine verbleibenden Futtertiere mehr gefressen werden können. Etwa spätestens zehn Tage nach der letzten Nahrungsaufnahme, sollte der Darm leer sein. Die Geckos müssen ihren Darm vollständig entleert haben, denn verbleibende Nahrungs- oder auch Kotreste würden anfangen zu gären und dies kann lebensgefährlich für das Tier sein.

Das Winter-Terrarium braucht nicht groß zu sein. Mit ausreichend Höhlen und Verstecken reicht für fünf Tiere auch eine Grundfläche von 60x40cm völlig aus. Manche Halter setzen ihre Leopardgeckos nach Herabregeln der Temperatur auch in Kunststoffboxen mit Lüftungsschlitzen um. Ganz egal. Das Winterquartier wird mit Küchenrolle ausgelegt, mit Höhlen und Verstecken und einem Wassernapf versehen. Jeden Tag muss man den Wassernapf mit klarem Wasser ausspülen und frisches Trinkwasser hineingeben. In den Heimatgebieten der Leopardgeckos sind die Wintermonate trocken. Trotzdem wäre eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit gesundheitsschädigend (siehe Artikel Dehydration). Daher bietet man seinen Tieren auch im Winterquartier Wetboxen bzw. feuchte Höhlen an. Ab und an ein klein wenig mit einem Wasserzerstäuber sprühen, um die Luftfeuchtigkeit etwas zu erhöhen.

Halter, die großen Wert auf eine „ertragreiche“ Zucht legen, sollten das Männchen von den Weibchen während der Winterruhe trennen, denn die räumliche Trennung von den Weibchen wirkt sich positiv auf sein Paarungsverhalten aus. Verbringt das Männchen die Winterruhe zusammen mit den Weibchen, lässt er sich später für die Paarung mehr Zeit, denn die Weibchen sind ihm bekannt und gehören zu seinem Harem. Bei einer Trennung der Geschlechter im Winter wirkt es sich dann danach in etwa so aus, als setze man das Männchen in eine Gruppe neuer Weibchen. Er will schnellstmöglich seine Gene verbreiten. Schon gewusst?: Die Paarungsbereitschaft wird nicht von den wärmeren Temperaturen nach der kühlen Winterruhe, sondern von der Beleuchtungsdauer beeinflusst.

Ab Anfang November, die Geckos machen in den ersten zwei Wochen noch ihre letzten Häufchen, wird die Ausgangstemperatur (z.B. 27°C) allmählich über zwei Wochen – wie oben besprochen – gesenkt. Die Temperaturen müssen so niedrig sein, damit die Verdauungsaktivität der Tiere sozusagen abgeschaltet wird und kein Hungerzustand entsteht. Nachts darf es auf 12 – 15°C abkühlen. Die Temperaturen dürfen aber generell nie unter 10°C fallen. Um die Temperaturen zu senken, wird die Heizperiode immer mehr verkürzt bis der Wärmespot komplett ausgeschaltet werden kann. Eine zusätzliche Beleuchtung ist nicht nötig, wenn der Raum nicht zu dunkel ist. Als sehr hilfreich finden wir übrigens den Gebrauch eines elektrischen Temperaturreglers, den man an den Heizkörper des jeweiligen Zimmers schließt und darauf die Temperaturen und Heizperioden programmiert (ab 20 EUR in jedem Baumarkt erhältlich). (Ende November und) Über die Winterruhe ist der Temperaturregler nur noch darauf programmiert, die Temperatur nachts nicht unter 12°C und tagsüber nicht unter 15°C, fallen zu lassen.

Ob die Leopardgeckos nur einen Monat oder drei Monate Winterruhe halten sollen, kann jeder Halter selbst entscheiden. Jedenfalls sollten die Tiere während dieser Zeit nicht gestört oder herausgenommen werden. Es sollte ein relativ ruhiger Ort sein. Ein paar Geräusche ab und an sind aber überhaupt nicht schlimm. Die Geräusche sollten nur nicht dauerhaft oder laut sein.

Nach den Monaten der Winterruhe beginnt man über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen die Temperatur wieder allmählich zu erhöhen, bis sie die Ausgangstemperatur wieder erreicht hat. Nach bzw. während dieser Phase zieht man die Leos wieder ins große Terrarium um und bietet ihnen Futter an. Die ersten Futterinsekten sollten mit Korvimin oder einem anderem vitamin- und kalziumhaltigen Pulver bestäubt werden, um den Mangelzustand wieder auszugleichen.

Bald darauf beginnt die Paarungszeit.

3 Gedanken zu „Leopardgeckos halten Winterruhe

    1. Nancy Jahn

      Hallo,

      nein, die Winterruhe ist nicht zwingend notwendig, wenn man zum Beispiel nicht die räumlichen Möglichkeiten dafür hat.

      Nur zum Verständnis: Die Winterruhe ist lebensverlängernd für die Leos, denn ihr Verdauungsapperat darf ein viertel Jahr Pause machen. Die Winterruhe gaugelt den Leopardgeckos einen natürlichen Jahreszeitenablauf vor, beeinflusst positiv das Paarungsverhalten und macht regenerative Prozesse im Körper.

      Lieben Gruß
      Nancy

      Antworten

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