Welche Tiere gibt es in Ägypten?

Im Roten Meer: – Jeder faszinierte Aquariumbesitzer und Freund der Unterwasser- und Fischwelt sollte mindestens einmal das Rote Meer in seiner scheinbar grenzenlosen Vielfalt an Wasserlebewesen gesehen haben.

Bevor ich mit Nico dort war um Urlaub zu machen, dachte ich immer man müsse ganz weit raus mit einem Boot, um die vielen bunten Fische und Korallen zu sehen. Zu meiner überwältigenden Überraschung erfuhr ich das Gegenteil: Schon vom Strand aus entdeckten wir einen ca. 30cm langen Flötenfisch – zwar nicht bunt, aber seine lustige Gestalt war uns gleich sehr sympathisch. Man steht gerade einmal bis zu den Knien im Wasser, da sieht man schon die farbenprächtigen Lebewesen sich im Wasser tummeln.

 

Karten zur Fischbestimmung Rotes Meer Aegypten

Um sie zu beobachten, reicht eine Schnorchelausrüstung (Schnorchelmaske, Schnorchel und Schuhe) für den Anfang völlig aus. Damit die Maske im Wasser nicht beschlägt, sollte man kräftig hinein spucken, verreiben und im Salzwasser ausspülen. Das ganze 5 bis 6-mal wiederholen. Für alle die, die jetzt komisch gucken oder die Nase rümpfen… glaubt uns, das empfiehlt jeder Tauchlehrer J Weiterhin ist es wichtig, keine Sonnencreme im Gesicht zu haben. Sonst wird die Maske nie richtig fest an der Gesichtshaut haften und es wird Wasser eindringen. Die Schuhe sind wichtig, um sich an Felsen im Wasser oder Seeigeln nicht zu verletzen. Zum einfachen Bestimmen der Namen der Fischarten und anderer Lebewesen gibt es Karten, die sehr schön und übersichtlich sind. Eine Karte kostet 2 EUR.

Nur wenige Meter vom Strand entfernt, trifft man auch schon auf große Fische, wie zum Beispiel eine 1m große Stachelmakrele, Blaupunktrochen, Rotfeuerfische, Barrakudas, verschiedene Drückerfischarten und und und… Im Meeresnationalpark Ras Mohammed, der zu den schönsten Taucherparadiesen unserer Erde zählt, begegnete uns beim Schnorcheln sogar ein Napoleonfisch, der über 2m lang werden kann.

Es gibt aber auch noch wesentlich größere Tiere im Roten Meer wie den Dugong, Tümmler und Delfine, verschiedene Haiarten und Muränen und den Walhai. Auch gibt es Meeresschildkröten: die Echte Karettschildkröte und die Grüne Meeresschildkröte. Urlaubsbekannte sahen eine dieser Schildkröten beim Tauchen vor der Insel Tiran.

Aber auch die kleinen Fische begeistern mit ihrer Farbenpracht: Wimpelfische, Pfauen-Kaiserfische, Imperator-Kaiserfische, verschiedene Falterfischarten und Zwergbarsche, die schwarz-weißen Dreibinden-Preußenfische und Trauermantelchromis, Blauer Rotmeerputzerfisch, die kleine Rotmeer-Seenadel und knallbunte Junkerarten. In Ras Mohammed waren riesige Schwärme aus rosaroten Fahnenbarschen, die sich um die bunten Korallenfelsen tummelten. Um nur mal eine Hand voll aufzuzählen.

Sehr interessant zu beobachten sind die Kugelfische und die bunten Papageifische. Am häufigsten begegnete uns der Maskenkugelfisch. Die schön anzusehenden Papageifische nagen manchmal an den Felsen; man kann es unter Wasser hören.

gestrandete Qualle Rotes Meer AegyptenAlle Fische wirkten auf uns erstaunlich ruhig und kaum scheu. Sie sind es anscheinend gewohnt von den Menschen bestaunt zu werden. Manchmal, besonders an den späten Nachmittagsstunden, waren so viele blaue Rotmeer- Füsilier da, sodass man sich auf einmal mitten im Schwarm befand. Ein Erlebnis, welches mir vor Freude Gänsehaut unter Wasser bescherte. Gegen Sonnenuntergang kamen auch immer mehr rosa-farbene Quallen in Strandnähe. Sie sind ungefährlich, brennen also nicht.

Nicht zu vergessen zu erwähnen sind die verschieden farbigen Korallen, die eher an Pflanzen oder Miniaturbäumchen erinnern als an Tiere. Um ein paar zu nennen: Rosenkoralle, Griffelkoralle, Wabenkoralle, Himkoralle, Pilzkoralle, Astkoralle, Lederkoralle und Weichkorallen. Sie stehen unter besonderen Schutz. Manche werden so riesig, dass sie mehrere Meter in ihrem Durchmesser messen.

Riesenmuscheln erkennt man schnell an ihrer herausstechenden blauen Farbe. Es gibt aber noch viele verschiedene Schneckenarten und knallig bunte Schnecken ohne Gehäuse. An felsigen Stränden, wo die Wellen an die Steine klatschen, sieht man viele Napfschnecken, die es auch im Mittelmeer gibt und große Käferschnecken. Sie haften fest am Gestein. Außerdem halten sich dort auch diverse Krabben auf.

Ein Fisch erhielt von uns besondere Aufmerksamkeit, da er sich sowohl außerhalb des Wassers am Felsen als auch im Wasser aufhalten konnte. Er war ungefähr 5cm lang und bewegte sich springend am Felsen fort. Es sind amphibische Fische, die zu der Familie der Grundeln gehören. Man nennt sie Schlammspringer.

Weiterhin gibt es noch folgende Tiere im Roten Meer: Röhrenwürmer, Schwämme, Seeigel; Seesterne, Seegurken und Garnelen gibt es dort auch, haben wir aber leider nicht entdeckt.

Die Unterwasserfotos haben wir mit einer Einweg-Unterwasserkamera aufgenommen, daher ist die Qualität nicht gut und ein Blaustich durchzieht alle Fotos. In Wirklichkeit ist das Wasser aber klar und die Korallen und Fische sind viel viel bunter.

Naturschutz:

Wir möchten jeden Urlauber bitten, sich an die Verhaltenshinweise, die u.a. im Hotel aushängen, zu halten. Diese beinhalten: Korallen nicht anfassen, nicht abbrechen, die Absperrungen nicht überschreiten, sich nicht auf die Korallen stellen; auch keine lebenden Muscheln aus dem Wasser holen, die Fische nicht anfassen (einige sind giftig oder nicht ganz ungefährlich); in den Restaurants keinen Hummer bestellen; wir selbst gehen auch immer vor dem Eincremen mit Sonnencreme ins Meer; auch die Haare waschen wir uns vorher richtig aus wegen Haarspray. Die Mitnahme von Steinen, Muscheln, Teilen von Muscheln und Korallen (selbst gestrandete kleine Bruchstücke) steht unter hoher Geldstrafe, da das gesamte Rote Meer (zu Recht!) unter Schutz steht. Schließlich sollen auch unsere Nachfahren diese Naturschönheit unter Wasser erleben dürfen.
Am Land:

Am Land der Sinai-Halbinsel gibt es im Vergleich zur Wasserwelt sehr wenige Tiere zu entdecken. Zwar gibt es im Gebirge und in den Wüstenlandschaften Schakale, Hyänen, Fenneks, Wildkatzen, Hasen und Kaninchen, Springmäuse, Syrische Steinböcke, Arabische Kobras, Skorpione, Sandvipern und Geier, aber als Tourist bekommt man die Tiere eigentlich nicht vor die Augen. Bei einer Wüstensafari oder beim Kamelreiten weiter abseits Richtung Gebirge könnte man vielleicht mit etwas Glück mal ein Tier sehen.
Hemidactylus turcicus Sinai AegyptenWeniger Glück braucht man dagegen, um Fledermäuse zu beobachten oder um verschiedene Geckos zu sehen. Besonders abends, wenn die Sonne untergegangen ist, sieht man einige Geckos an Hauswänden oder Mauern. Sie wärmen sich in den Abendstunden an den von der Sonne tagsüber aufgeheizten Steinen und Mauerwerken. Man trifft auf verschiedene Hemidactylusarten (Hemidactylus turcicus, Hemidactylus robustus, Hemidactylus sinaitus, …) und auf Fächerfingergeckos (Ptyodactylus hasselquistii, Ptyodactylus guttatus und Ptyodactylus ragazzii) mit ihren auffällig breiteren Zehen an den Füßchen und dem abgeflachteren Kopf. Desweiteren gibt es noch einen Gecko, der einen schwarz-weiß gebänderten Schwanz besitzt; wahrscheinlich eine Hemidactylusart.
In Ägypten allgemein (außer der Sinai-Halbinsel) sind noch die Ägyptischen Zwergwüstengeckos (Tropiocolotes … ) und der kräftiger gebaute Ägyptische Mauergecko (Tarentola mindiae) bekannt.

Als Nutztiere werden Dromedare / Kamele, Esel, Pferde, Maultiere, Ziegen und Schafe gehalten.

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