Das Terrarium

Glasterrarium fuer kleine HausgeckosEs gibt Terrarien aus Holz, Glasterrarien und Kunststoffterrarien. Letztendlich ist es Geschmackssache für welche Art Terrarium man sich entscheidet. Aber um Sie bei Ihrer Entscheidung zu unterstützen, vergleichen wir hier die verschiedenen Terrarien anhand ihrer Vor- und Nachteile.

Holzterrarium

Vorteile:

  • HolzterrariumHolz hat die wunderbare Eigenschaft, Wärme bestens zu isolieren. Das heißt, die Wärme, die der Wärmespot produziert, kann durch Holz nicht so schnell entweichen wie durch Glas. Dadurch können die Energiekosten minimiert werden, weil der Spot nicht ständig an sein muss. Mittels einer Zeitschaltuhr kann man die Uhrzeiten und die Dauer, an denen der Spot an sein soll, bestimmen.
  • Weitere Bohrungen und Durchbrüche für Lampen und anderes Zubehör lassen sich problemlos an einer beliebigen Stelle vornehmen.
  • Ein Holzterrarium wiegt weniger als ein Glasterrarium mit denselben Maßen und lässt sich somit auch besser umplatzieren.
  • Auch ist Holz ein robustes Material im Gegensatz zum zerbrechlichen Glas. Wenn der Unterschrank oder die Ebene, auf der das Terrarium aufliegt, mal nicht so eben ist, dann ist das nicht schlimm. Auch könnte man ein Holzterrarium samt Inhalt anheben. Im Vergleich würde der Boden eines Glasterrariums reißen und kaputt gehen.
  • Desweiteren sind Terrarien aus Holz stapelbar oder man kann ohne Bedenken auch einen etwas schweren Gegenstand darauf stellen.
  • Ein Holzterrarium (zum Beispiel aus OSB-Platten, …) ist für die Haltung von Leopardgeckos bestens geeignet, da es als Wüsten- bzw. Trockenterrarium und nicht als Feuchtwaldterrarium verwendet wird.
  • Dadurch, dass nur vorn ein Sichtfenster ist, fühlen sich die Tiere sicherer. Eine mögliche Bedrohung kann also nur von vorn kommen.

Nachteile:

  • Holz kann sich verziehen, da es empfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist. Je nach Beschaffenheit reagiert das Holz anders. Um es vor Nässe zu schützen, werden die Innenkanten mit Silikon abgedichtet. Da es aber als Wüstenterrarium mit relativ niedriger Luftfeuchtigkeit fungiert, soll es für den Leopardgeckohalter nicht so wichtig sein.
  • Dadurch, dass nur die Front aus Glas ist, kann insgesamt viel weniger Tageslicht eindringen. Daher sollte zusätzlich neben dem Wärmespot, der ja nicht ständig an ist, noch eine Tageslichtlampe angeschlossen sein, um einen Tag-Nacht-Rhythmus herzustellen.
  • Eine desinfizierende Reinigung gestaltet sich beim Holzterrarium recht schwierig. Desweiteren wollen wir anmerken, dass Holz Gerüche aufnimmt. Wir legen jeden Tierhalter, egal ob Gecko oder Hund oder Wellensittich,…, ans Herz, in dem Zimmer, in dem das Tier gehalten wird, nicht zu rauchen. Es schadet beiden der Gesundheit.

Glasterrarium

Glasterrarium

Glasterrarium mit den Maßen 1 × 1 m

Vorteile:

  • Glas ist unempfindlich gegenüber hoher Luftfeuchtigkeit und kann sich nicht verziehen; keine Schimmelgefahr.
  • Glas lässt sich sehr gut reinigen und desinfizieren. Im Falle einer Krankheit der Tiere wird dies ein unschlagbarer Vorteil sein, da hier die größtmögliche Hygiene gewährleistet werden kann.
  • Glas ist nicht entflammbar.
  • Im Glasterrarium kann man die Tiere sehr gut von allen Seiten beobachten; man hat stets eine freie Sicht auf seine Tiere.
  • Eine zusätzliche Tageslichtlampe ist also nicht nötig, wenn das Glasterrarium nicht gerade in der dunkelsten Ecke steht. Hinweis: nur eine unerwähnenswerte Menge an UVA- und UVB-Strahlen gelingen durch Glas. Wer also andere Reptilien hält, die tagaktiv sind und viel UVA und UVB benötigen, darf trotz Glasterrarium an einem hellen Standort nicht auf eine UVA/UVB Lampe verzichten, denn dies ist ganz wichtig für die Gesundheit der Tiere.

Nachteile:

  • Die Tiere haben im Glasterrarium kaum Sichtschutz. Eine mögliche Gefahr könnte also von allen Seiten drohen, auch von oben. Zum Wohlbefinden der Tiere sollten also ausreichend Höhlen, Steine oder andere Verstecke gegeben sein. Eine Rückwand bietet auch Sichtschutz. Kommt aber auch auf die Tiere an; unsre Leopardgeckos bleiben cool und lassen sich auch von Besuch in der Stube nicht beeindrucken.
  • Ein Glasterrarium besitzt ein größeres Gewicht als ein Holzterrarium mit denselben Maßen. Es lässt sich also nicht einfach umplatzieren oder verschieben. Man beachte auch, dass Glas zerbrechlich ist. Ein Glasterrarium sollte nur im leeren Zustand angehoben werden, sonst könnte der Glasboden reißen. Gerade bei dünnem Glas bietet eine Unterlage auch Bruchschutz vor punktueller Belastung, beispielsweise durch einen kleinen Kiesstein.
  • Glas ist ein sehr schlechter Wärmeisolator, d.h. die Wärme entweicht ziemlich schnell nach außen. Der Wärmespot muss also so zeitgeschaltet sein, dass eine halbwegs konstante Temperatur im Terrarium gewährleistet werden kann. Eine andere Möglichkeit wäre da noch, das Geckoheim in dem wärmsten Raum der Wohnung / des Hauses zu stellen, beispielsweise ins Wohnzimmer. Auch eine Rückwand besitzt eine dämmende Wirkung.

Kunststoffterrarium

Vorteile:

  • Einfache Reinigung; größtmögliche Hygiene kann geschaffen werden.
  • Kunststoff ist leicht, stabil und recht robust; es geht nicht so schnell kaputt. Außerdem kann das Kunststoff- oder Forexterrarium einfacher umplatziert werden und es macht nichts, wenn der Unterschrank nicht zu hundert Prozent eben ist.
  • Ein Kunststoffterrarium kann auch als Regen- oder Feuchtwaldterrarium verwendet werden, da Kunststoff unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist. Es verzieht sich nicht, keine Schimmelgefahr.
  • Kunststoff dämmt die Wärme im Terrarium. Der Wärmespot muss also nicht laufend an sein, um eine bestimmte Temperaturspanne einhalten zu können.
  • Das Material ist schwer entflammbar.
  • Dadurch, dass nur die Front aus Glas ist, ist viel Sichtschutz gegeben. Die Tiere fühlen sich also sicherer.

Nachteile:

  • Kunststoff- und Forexterrarien sind teuer.
  • Durch den Sichtschutz kann insgesamt weniger Tageslicht eindringen. Es wird eventuell nötig sein, eine Tageslichtröhre im Terrarium anzubringen.

4 Gedanken zu „Das Terrarium

  1. TobiD

    Toller und sinnvoller Artikel. Ich bin der Meinung, dass Glasterrarien am besten sind. Aus hygienischer Sicht sind diese Terrarien viel leicht sauber zu halten und man braucht nicht gleich Angst vor Schimmel zu haben. Hygiene ist in meinen Augen einer der wichtigsten Punkte bei der Entscheidung „Welches Terrarium nehm ich?“.

    Antworten
  2. Hans Klausner

    Hallo,

    habt Ihr Tipps wie man eine Rückwand selber bauen kann? Also ich möchte gern mein Glasterrarium mit einer Rückwand versehen und benötige dazu ein paar Tipps. Danke im voraus.

    Grüße Hans

    Antworten
    1. Nico Schubert Beitragsautor

      Hallo 🙂

      So ein Vorhaben nimmt aber viel Zeit in Anspruch… Fast alles, was Sie dazu benötigen gibts im Baumarkt:

      – Styroporplatte (nicht zu dünn)
      – Aquariensilikon oder auch Styroporkleber
      – evtl. Farben mit dem Blauen Engel drauf
      – Gips
      – Cuttermesser, Schleifpapier
      – Epoxidharz

      und Sie benötigen noch:

      – Verbandsbinden (vielleicht haben Sie ja einen abgelaufenen Verbandskasten, da brauchen Sie sich keine extra kaufen)
      – evtl. paar Steine und Sand (Sand bitte nur Terrariensand aus dem Zoohandel, andere sind scharfkörnig oder haben ungesunde Inhaltsstoffe)

      So gehts:

      Die Styroporplatte in den Maßen zuschneiden, sodass sie an die Glasterrarienrückwand passt;

      mit einem Messer/Cuttermesser die Platte nach Wunsch bearbeiten (z.B. Felsspalten einschneiden, Vertiefungen, usw.);

      um einen tollen 3D-Effekt zu bekommen, Styroporreste oder weiteres Styropormaterial mit Aquariensilikon oder mit Styroporkleber auf die Platte kleben (z.B. Felsvorsprünge, Baumstamm, Liegeflächen für die Terrarienbewohner und ähnliches);

      wieder mit dem Messer nachbearbeiten, feinere Sachen mit Schleifpapier nachbessern;

      dann mit Gipsbinden die ganze Platte beschichten (die Gipsbinden verhindern Risse beim Austrocknen, trotzdem muss langsam ausgetrocknet werden);

      dann den restlichen Gips dünn auf der Platte verteilen, sadass kein Bindenmuster mehr durchguckt; solange der Gips noch feucht ist, kann man ein paar flache, nicht zu schwere, Steine eindrücken, falls man das möchte;

      zum Aushärten irgendwo in Schatten legen, die Luft darf nicht zu trocken sein, ab und an etwas anfeuchten (mit einem Zerstäuber für Pflanzen), denn durch langsames Austrockenen können Risse vermieden werden; das wird ein paar Tage benötigen;

      Nun kommt es darauf an, wie Sie sich Ihre Rückwand vorstellen. Ich kenne folgende zwei Möglichkeiten:

      1. mehrere Epoxidharzschichten zum Versiegeln auftragen, zwischen den Schichten natürlich austrocknen lassen (dieses Harz trocknet sehr schnell schon beim Auftragen); bei der letzten Schicht, Terrariumsand auf das noch feuchte Harz streuen; vielleicht auch Sand in verschiedenen Farben aufstreuen, je nach Geschmack.
      Diese Oberfläche ist zum Klettern gut geeignet und sieht sehr natürlich aus, z.B. wie eine Sandsteinfelswand.

      2. die gesamte Gipsfläche wird mit Pinsel nach den eigenen Vorstellungen, wie die Rückwand mal aussehen soll, bemalt; Farben mit dem Blauen Engel nehmen wegen der Gesundheit der Tiere – einfach mal im Baumarkt nachfragen;
      danach mehrere Schichten Epoxidharz auftragen; jede Schicht gut aushärten lassen, bevor man die nächste darauf macht. Fertig.

      Die Rückwand wird mit Aquariensilikon befestigt, die Ränder müssen dann noch damit versiegelt werden, damit sich keine Futterinsekten dort verstecken können.

      Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unseren Tipps helfen können und wünschen Ihnen ein gutes Gelingen sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr!

      Mit freundlichen Gruß
      Nancy und Nico

      Antworten

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