Hygiene im Geckoheim

Bei Leopardgeckos ist der Pflegeaufwand relativ gering. Zur weiteren Erleichterung sind sie auch noch „stubenrein“. Das soll heißen, dass alle Tiere, die sich zusammen ein Terrarium teilen, ab einem Alter von etwa drei Monaten immer in ein und dieselbe Ecke koten. Es reicht, wenn man alle zwei bis drei Tage diese Ecke sauber macht, entweder mit Einweghandschuhen oder einer kleinen Schaufel.

Den Wassernapf reinigt man jeden Tag und gibt frisches Trinkwasser hinein. Lockeres Bodensubstrat sollte mindestens alle drei Monate durch frisches ersetzt werden, da sich hier mit der Zeit auch einiges ansammelt, wie beispielsweise Hautreste, Urinreste, gestorbene Futtertiere oder Teile von ihnen oder Kot von Futterinsekten. Die meisten Leopardgeckobesitzer halten ihre Tiere aber auf festerem Lehmsand und formen daraus Höhlen oder ganze Höhlenburgen. Die muss man natürlich nicht alle drei Monate einreißen. Man kann mit einem kleinen sauberen Handbesen vorsichtig auf den Flächen aus Lehmsandgemisch alles zusammenkehren, was nicht hineingehört.

Ein Mal im Jahr – dazu bietet sich die Winterruhe an – wird dann das Terrarium komplett gereinigt, mit neuem Lehmsand, usw. Steine und Hölzer kann man für eine halbe Stunde bei 100°C in den Backofen tun. Danach sind diese dann keimfrei.

Dekorationsgegenstände wie Vasen, Kunstpflanzen, Hölzer, Steine usw. müssen ab und an mal abgespühlt oder mit einem Schwamm gereinigt werden; aber nur mit warmen Wasser, Haushaltsreiniger sind tabu! Die Glasscheiben des Terrariums sollten auch mit Küchenrolle und etwas Wasser sauber gemacht werden. Es gibt spezielle, chemiefreie Reiniger im Zoogeschäft, aber die muss man nicht zwangsläufig kaufen.

Wie oft man das macht, hängt natürlich auch von der Notwendigkeit und der Anzahl der Tiere, die in einem Terrarium zusammen leben, ab. Wir raten davon ab, bei jedem Putzgang, Desinfektionsmittel einzusetzen. Desinfektionsmittel sollte man nur einsetzen, wenn tatsächlich eine Krankheit bei den Leopardgeckos ausgebrochen ist oder das Terrarium einmal im Jahr komplett grundgereinigt wird. Ein ständiger Gebrauch von Desinfektionsmittel führt eigentlich nur dazu, dass die „bösen“ Bakterien und andere Krankheitserreger nur noch hartnäckiger und „böser“ werden, denn das Desinfektionsmittel tötet nicht alles zu 100% ab und somit bleiben nur noch die stärksten Erreger am Leben, die sich dann vermehren und das hat nur noch robuste, hartnäckige Keime zur Folge.

Falls es dennoch mal nötig sein sollte zu desinfizieren, reicht normales Händedesinfektionsmittel ohne Duftstoffe, welches es in Drogerien gibt. Aber danach trotzdem gut auslüften oder desinfizierte Einrichtungsgegenstände erst ein wenig später wieder ins Terrarium stellen, sodass der alkoholische Geruch verfliegt, weil das nicht gut für die Schleimhäute der Tiere ist.

2 thoughts on “Hygiene im Geckoheim

  1. Georg Fischer

    Hallo, ich glaube mein Leopardgecko hat Würmer (vermutlich Oxyuren) und ich bin mir nicht sicher ob dies am Futter liegt, denn meine Geckos möchten nichts mehr fressen. Ich war auch beim Tierarzt, der sagte, dass ich meine Tiere beobachten soll und nochmal kommen soll, wenn ich das Verhalten weiter beobachte. Ich habe jetzt mein Glasterrarium desinfiziert und hoffe, dass der Befall, falls vorhanden sich nicht auf meine anderen Tiere übertragen lässt. Die bekomme ich bei dieser Krankheit heraus, ob meine Tiere befallen sind? Kann ich diese eventuell auch selber behandeln? Wie häufig sollte ich das Glasterrarium desinfizieren?

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    1. Nancy Jahn

      Hallo Georg,

      unsere haben auch schon öfter Oxyuren gehabt. Diese Würmer kommen über die Futterinsekten in den Darm / Enddarm der Leopardgeckos, wo sie sich dann auch vermehren können. Hat ein Tier Oxyuren, haben alle Tiere, die mit in diesem Terrarium leben, auch Oxyuren. Eventuell können Sie ja den Futteranbieter wechseln, aber viele Insekten tragen das in sich…

      Ich glaube, der Tierarzt, bei dem Sie waren hat keine Ahnung. Google mal nach einem wirklich echsenkundigen Tierarzt, rufen Sie dort mal an, schildern Sie die Sache und dann kann man schon an der Antwort heraus hören, wer Ahnung hat und wer nicht. Um heraus zufinden, ob es tatsächlich Oxyuren sind, ist eine Kotuntersucherung unumgänglich. Nehmen Sie ein kleines Gefäß, ein paar Tropfen Wasser rein und dann von jedem Tier frischen, jedenfalls noch nassen Kot nehmen (=Sammelkotprobe) und diese zur Untersuchung zu einem echsenkundigen Tierarzt bringen oder in ein Labor einschicken (zum Beispiel hier hin: Tierarzt Kornelis Biron, 40233 Düsseldorf, Beethovenstr.6 (reptilienlabor.de)). Weitere Labore kann man mal nachgooglen. Wir bezahlen bei unserem TA 10 EUR für die Untersuchung des Kots.

      Sollte es ein Oxyurenbefall sein, müssen alle Tiere eine Wurmkur bekommen, die nach 10 Tagen wiederholt werden muss. Man sollte das den Tierarzt machen lassen wegen der genauen Dosis, usw. In der Zeit müssten Sie die Tiere in Quarantäne halten (altes leeres kleines Aquariumbecken reicht da schon völlig aus) und im richtigen Terrarium das Substrat wechseln, Gegenstände desinfizieren sowie Scheiben, dann gut auslüften lassen (normales Händedesinfektionsmittel reicht dafür, sollte aber ohne Duftstoffe sein!). Aber desinfizieren ohne Wurmkur würde nichts bringen, da es ja Endoparasiten sind.

      Ansonsten, wenn nix weiter ist, sollte man eigentlich nicht desinfizieren. Das fördert sonst nur die Bildung hartnäckiger und aggressiverer Keime (so entstehen übrigens auch diese multiresistenten Krankenhauskeime). Wir desinfizieren im Normalfall nur ein Mal im Jahr und das in der Zeit, wo die Tiere ihre Winterruhe in einem anderem Terrarium halten.

      Dass Ihr Tier nix fressen möchte, könnte aber auch andere Ursachen haben… Vielleicht ist er schon satt (zwei mal die Woche wenige Insekten füttern reicht völlig). Es könnte aber auch eine Verstopfung sein, da er vielleicht beim Fangen von Insekten Sand oder Ähnliches mit gefressen hat. Das wäre natürlich sehr übel. Ich weiß nicht, welches Bodensubstrat sie verwenden, aber es sollte ein Lehm-Sand-Gemisch sein, welches in Verbindung mit Wasser sich verfestigt, sodass nicht viel lose Sandkörnchen verschluckt werden können. Auch ist ein Heizstein unbedingt notwendig, der abends für ein paar Stunden angeschaltet ist (bei uns 4 h), da das sehr positiv auf die Verdauung wirkt.

      Für noch mehr Informationen können Sie auch hier schauen: http://www.nannys-tierwelt.de/krankheiten-und-probleme-bei-leopardgeckos/

      Wir wünschen Ihren Tieren gute Besserung!!! Falls Sie noch weitere Fragen haben, lassen Sie sie uns hören.

      Liebe Grüße, Nancy

      Antworten

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