Fortpflanzung der Leopardgeckos

Geschlechtsreife

Leopardgeckos sind im Alter von neun bis zwölf Monaten geschlechtsreif. Unter ihnen gibt es aber auch Nachzügler, die beispielsweise erst mit 15 Monaten so weit sind. Dennoch sollte man die Weibchen erst ab einen Alter von zwei Jahren mit einem Männchen vergesellschaften. Unter zwei Jahren ist der Körper noch nicht vollständig ausgereift und die im Bauch heranwachsenden Eier nehmen sehr viel Raum ein, weswegen es für ein neun-Monate junges Weibchen eindeutig noch zu früh wäre, um sie als Zuchttier einzusetzen.

Wie lange circa ein Leopardgeckoweibchen fortpflanzungsfähig ist, wissen wir aus eigenen Erfahrungen noch nicht. Unser ältestes Weibchen ist acht Jahre alt. Die Autoren F. W. Henkel und W. Schmidt berichten in ihrem Buch „Leopardgeckos“, dass bei einigen ihrer Weibchen die Fortpflanzung erst nach 14 Jahren völlig aussetzte.

Unbefruchtete Eier

Manchmal kommt es vor, dass sich im Bauch eines Leopardgeckoweibchens Eier bilden, obwohl es nie zu einer Verpaarung gekommen ist. Man spricht dann von einer präovulatorischen Legenot. Grund hierfür könnte ein veränderter Stoffwechsel sein. Leider findet man dazu keinerlei aufschlussreiche Informationen, denn selbst die Tierärzte wissen die genauen Gründe hierfür nicht. Jedenfalls sind diese Eier unbefruchtet; es wird also nie etwas daraus schlüpfen. Die Eier (es sind meist zwei Stück, in seltenen Fällen sogar drei) sind durch die dünne Bauchhaut der Leopardgeckos gut zu erkennen; links und rechts des Bauches sieht man sie weiß durchschimmern. Nicht verwechseln mit den hellen Fettkörpern, die sich weiter unten Richtung Becken im Bauch befinden!

Gerade für sehr junge Weibchen (unter zwei Jahren) kann das zu einem lebensbedrohlichen Problem werden. Wenn die Eier zu groß sind, um das schmale Becken passieren zu können, dann spricht man von einer Legenot. (Einer Legennot können aber auch noch andere Ursachen wie beispielsweise Stress zu Grunde liegen – postovulatorische Legenot. Hier reicht nach einer Optimierung der Haltungsbedingungen (ausreichend Legeboxen vorhanden, Ruhe) manchmal schon eine Oxytocin-Injektion und eine Injektion mit Kalzium aus, damit das Weibchen die Eier selbstständig ablegt. Anders jedoch bei der präovulatorischen Legenot mit ihren unbefruchteten Eiern.) Damit der Leopardgecko daran nicht verendet, müssen die Eier operativ vom Tierarzt entfernt werden. Diesen Eingriff darf man nicht zu lang hinauszögern, sonst ist das Tier schon zu schwach, um die Operation zu überstehen. Die normale Tragezeit dauert ca. 4 Wochen. Legt sie nach 6 Wochen die Eier nicht ab, sollte man hier sehr aufmerksam sein. Bei Reptilien ist es anders als bei Säugern. Reptilien können durchaus eine übermäßig lange Tragezeit verkraften – im Falle einer postovulatorischen Trächtigkeit. Nach der Eiablage schlüpfen dann sogar die Jungen trotz gleicher Bruttemperatur zeitiger. Wir machen den Ernst der Lage an dem Zustand des Weibchens fest. Wird sie deutlich inaktiver und der Bauch nimmt sichtlich schon viel zu viel Volumen ein und wird ihr Schwanz zunehmend dünner, dann sollte man möglichst sofort zum Tierarzt!

Milli praeovulatorische Legenot

Denken Sie bitte auch daran, im Quarantäneterrarium keine volle Wasserschale aufzustellen. Der Boden der Schale darf mit Wasser bedeckt sein, mehr nicht, denn ein Tier, welches nach einer Operation noch mit der Narkose zu kämpfen hat, könnte in einem größeren Wassergefäß ertrinken.

Die Kosten für die Operation, Antibiotikum und ein schmerzlinderndes Arzneimittel (wie Metacam) betragen in etwa 80 bis 100 EUR. Manchmal sind auch noch weitere Präparate zum Aufpäppeln (wie zum Beispiel eine Proteinflüssigkeit wie Bioserin und ein Mittel gegen Dehydration (=Austrocknung) notwendig – je nach Zustand des Tieres. Manchmal ist es auch sinnvoll, bei diesem Eingriff auch gleich das Tier kastrieren zu lassen, damit so ein lebensbedrohlicher Fall nicht noch einmal vorkommt. Ultraschall oder ein vorangehendes Röntgenbild kosten um die 35 bis 40 EUR. Das ist bei einer präovulatorischen Trächtigkeit nicht zwingend nötig, aber dabei kann der Tierarzt erkennen, ob die Eier auch noch ganz sind. Ist ein Ei gebrochen und sein Inhalt in den Bauchraum ausgelaufen, so ist eine sofortige Operation unumgänglich, denn daraus entwickelt sich eine Bauchfellentzündung. Außerdem lässt sich erkennen, ob es sich (falls Zweifel bestehen) überhaupt um eine Legenot oder doch um einen Darmverschluss (Verstopfung), auch Ileus genannt, handelt. Denn auch hier sind die gleichen Symptome zu beobachten: Nahrungsverweigerung, dicker Bauch trotz allgemeiner Abmagerung (am besten am immer dünner werdenden Schwanz zu erkennen; es ist zwar normal, dass der Schwanz eines tragenden Weibchens aufgrund des hohen Energiebedarfs dünner wird, aber es darf nicht zu sehr ausarten), keine Darmentleerung mehr und Apathie.

Nach der Operation gibt Ihnen der Tierarzt noch die notwendige Anleitung zur Weiterversorgung. Aber er kann leider nicht garantieren, dass das Leopardgeckoweibchen überlebt, denn für so ein kleines Wesen ist eine Operation nur schwer wegzustecken. Oft stellt sich nach der Narkose eine Darmträgheit ein. Das betroffene Tierchen verweigert die Nahrungsaufnahme oder erbricht sich nach Zwangsfütterung. Daher bei einer notwendigen Zwangsfütterung nur ganz wenig per Pipette ins Mäulchen verabreichen. Hierfür habe ich mal Folgendes gemacht: die weichen Teile einer Grille mit einem Messerende zu Brei gestampft, 5 Tröpchen Wasser dazu, 2 Tropfen Bioserin und ganz wenig Sepiaschalenpulver und Korvimin – dies vermengen und vorsichtig in möglichst senkrechter Lage verabreichen. Danach geben sie Ihrem Tier eine kleine Erhöhung für den Oberkörper, damit die Chancen erhöht werden, dass es sich nicht erbricht.

Sollte der Zustand des Leopardgeckoweibchens sich nicht innerhalb von drei bis sieben Tagen bessern, sollten Sie Ihren Tierarzt nach seiner Meinung fragen. Manchmal muss der Leopardgecko eingeschläfert werden, um ihn von seinem Leid zu befreien. Dann hat man viel Geld in den Sand gesetzt, aber ich würde jeden meiner Leopardgeckodamen diese Chance möglich machen. Wir haben damit leider auch schon Erfahrungen machen müssen, einmal ist ein Weibchen (Habibi) eine Woche nach der Operation gestorben, was mir immer noch sehr sehr leid tut… und der gleiche Fall bei einem anderen Weibchen ging zum Glück gut aus.

Gecko-Nachwuchs erwünscht?

Ja!

Bevor man sich für Nachwuchs bei den possierlichen Haustieren entscheidet, sollte man sich noch folgende Fragen beantworten:

• Reichen die Zeit und die finanziellen Mittel zur Versorgung weiterer Tiere aus?
• Ist noch ein geeigneter Platz in der Wohnung frei für ein weiteres Terrarium oder Aufzuchtsregal?
• (nur für Besitzer, die den zukünftigen Geckonachwuchs nicht behalten wollen) Findet man auch später Abnehmer, die einen die jungen Geckos abkaufen?

(Nur ein kleiner Hinweis: Mit der Zucht von Leopardgeckos lässt sich nicht „das große Geld“ machen. Daher betreiben einige Echsenliebhaber einfach nur Hobbyzucht. Es sei denn, man züchtet Farbvarianten, die es eher selten gibt oder züchtet neue Farbmorphe heraus, die es bisher noch nicht gab. Ich möchte keinem Züchter zu nahe treten, aber es ist leider oft so, dass besonders exzentrische Farbvarianten durch Inzucht entstehen. Wie ich von einem erfahrenen (Bartagamen-)Züchter erfuhr, ist das wohl bei Echsen nicht so schlimm wie bei Säugetieren. Aber trotzdem ist es so, dass durch Inzucht auch Genfehler zum Leid der Tiere auftreten können…)

Nein!

Möchten Sie keinen Nachwuchs bei Ihren Leopardgeckos, empfiehlt es sich, ausschließlich eine Gruppe zu halten, die nur aus Weibchen besteht.

Möchten Sie auf ein Männchen in der Gruppe nicht verzichten, nehmen Sie die Eier möglichst bald aus dem Terrarium und legen Sie sie in den Kühlschrank und danach ins Gefrierfach. Aus den Eiern kann nun kein Leben mehr entstehen.

Bitte seien Sie sich bewusst, dass die Tragezeit den Weibchen viel Energie abgewinnt und dass eine eventuelle Legenot vorkommen könnte, was dann möglicherweise zu hohen Tierarztkosten führen kann oder gar zum Verlust eines Tieres.

Paarung

Die Paarung beginnt nach der Winterruhe. Begegnen sich Männchen und Weibchen fängt es schon an zu knistern. Das Männchen kommt neugierig und züngelnd auf das Weibchen zu und es vibriert wie wild mit seiner Schwanzspitze, dass sogar die kleinen Kiessteinchen dabei wegfliegen. Dann beißt er plötzlich das Weibchen, meist in die Seite, hält es fest und zerrt an ihr ruckartig und versucht sich seitlich an sie ran zu schmiegen. Ist das Weibchen bereit, hebt es den Schwanz an, damit das Männchen seitlich mit seinem Begattungsorgan, welches bei Erregung sichtbar wird, in die Kloake des Weibchens eindringen kann. Das Männchen besitzt übrigens zwei Begattungsorgane, die Hemipenes. Je nach Seite, ob links oder rechts, kommt ein Hemipenis zum Vorschein. Für wenige Minuten verharren die beiden still in dieser Position. Nachdem sie wieder voneinander lassen, leckt jeder sich sein Genital sauber.

Die Paarung wiederholt sich mehrmals innerhalb weniger Tage, manchmal auch, wenn das Weibchen schon Eier im Bauch gebildet hat. Dann ist es oft so, dass sich das Weibchen bei einem Paarungsversuch des Männchens wehrt und zurück beißt oder ihm davon läuft. Dabei lässt sich oft beobachten, dass das Weibchen launisch und angespannt ihren Schwanz bewegt.

Nach meinen Beobachtungen nimmt dann Mitte Sommer der Paarungsdrang des Männchens allmählich ab und es finden dann keine Paarungen mehr statt. Der Züchter kann nachhelfen, indem er das Männchen einfach ca. zwei Wochen (muss man probieren wie lange) von der Mädelsgruppe isoliert. Durch die zeitlich lange Trennung wird beim Wiedersehen das Paarungsverhalten aktiviert.

Übrigens, Leopardgeckoweibchen speichern den Samen des Männchens. So ist es sogar möglich, dass ein Weibchen eine ganze Saison über Eier legen kann, obwohl nur eine einzige Paarung stattgefunden hat.

Trächtigkeit und Tragezeit

Rechts das traechtige Weibchen, in der Mitte auch ein Weibchen, welches noch nicht lange traegt und links ist das Maennchen Hier sieht man schon deutlich, dass der Bauch der Weibchen dicker geworden ist

Allgemeines

Drei bis vier Wochen nach der Paarung legt das Leopardgeckoweibchen ein bis zwei Eier, meistens aber doch zwei. Davor kann man die Eier im Bauch des Weibchens sehen. Sie schimmern weiß durch die rosa Bauchdecke und liegen versetzt zueinander.

Nach der zweiten Trächtigkeitswoche ist deutlich beobachtbar, dass sich das Weibchen manchmal etwas aggressiver dem Männchen gegenüber verhält.

Ernährung

Während der Tragezeit frisst das Weibchen ganz normal weiter. Sie sollte so viel fressen dürfen wie sie Hunger hat. Einmal die Woche kann man ihr eine kleine Maus anbieten. Wachsmottenraupen dürfen auch auf dem Speiseplan stehen (am Tag nicht mehr als eine Raupe, nicht jeden Tag). Auch sollte nicht vergessen werden, weiterhin die Futtertiere ein- bis zweimal die Woche mit dem Vitamin D-3- Kalziumpulver zu bestäuben und ein Schälchen mit Sepiaschale (=Calcium mit schneller Resorption) anzubieten.

Das Weibchen sollte kalorienreich ernährt und mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sein, denn die Tragezeit verlangt ihr viel Energie ab und Kalzium ist auch wichtig für die Bildung der Eierschalen.

Wenige Tage vor der Eiablage stellt das Weibchen die Nahrungsaufnahme ein.

Verhalten vor der Eiablage

Das Weibchen stellt wenige Tage vor der Eiablage die Nahrungsaufnahme ein. Zwei- bis drei Tage vor dem Eierlegen beginnt sie das Terrarium nach einem geeigneten Legeplatz abzusuchen und gräbt dabei einige Sandecken um und scharrt mal hier und mal da.

Legeplatz

Als Legeplatz reichen manchmal schon Ecken mit angehäuftem, feuchtem Substrat (beispielsweise Vermiculit) aus, die mit ein paar Steinen halb abgegrenzt sind. Wichtig ist immer, dass der Legeplatz sich dicht bei der  Wärmequelle befindet und eine Temperatur von mindestens 25°C aufweist.

 

Manche Weibchen bevorzugen aber lieber eine sogenannte Wetbox (=feuchte Box). Die sollte sowieso immer im Terrarium vorhanden sein.

Wetbox

Ist diese Wetbox auch von den anderen Geckos gut besucht, sollte noch eine zweite dazu getan werden, vielleicht sogar eine dritte, damit das trächtige Weibchen Ruhe hat.

Die Wetbox kann eine Frischhaltebox aus der Küche sein, nicht kleiner als ungefähr 15x15cm, die mit feuchtem Substrat (Vermiculit, …) ungefähr 7 bis 8cm hoch aufgefüllt ist und eine Abdeckung (zum Beispiel aus Pappe) mit einem Eingangsloch besitzt. Das Loch sollte nur so groß sein, dass ein trächtiges Geckoweibchen gut durch passt. Das Substrat feuchtet man nach Gefühl an… Es sollte nur nicht klitschnass sein oder Wasser unten in der Box stehen. Tropft das Vermiculit, wenn man es zwischen den Fingern zusammen presst, dann ist es zu nass.

Stressfaktoren und Legenot

Ein trächtiges Weibchen sollte unter Umständen nicht aus dem Terrarium genommen werden. In der Zeit scheint sie wohl etwas launisch zu sein, denn wenn ihr etwas nicht passt, zwickt sie auch mal in den Finger. Das tut nicht weh, aber es ist sehr wichtig, dass sie in der Zeit viel Ruhe bekommt, den Stress kann die Tragezeit zu Ungunsten des Weibchens verlängern und dies kann wiederum zu einer Legenot, in dem Fall zu einer postovulatorischen Legenot führen.

Ebenso können zu große Eier für eine Legenot verantwortlich sein, wenn diese aufgrund ihrer Größe ein schmales Becken nicht passieren können. Auch gibt es eine präovulatorische Legenot. Dies betrifft sehr junge Weibchen. (Bitte lesen Sie dazu auch unbefruchtete Eier!)

Stressfaktoren sind / können sein:

• Nicht-Vorhandensein eines Legeplatzes
• Nicht genügend Legeplätze zur Auswahl
• Starke Bedrängung von Seiten des Männchens
• Keine Rückzugsmöglichkeiten vor den anderen Terrariumbewohnern
• Die Temperaturen betragen bei der Legestelle unter 25°C oder allgemein zu niedrige Temperaturen
• Ruhemangel oder ständiges Anfassen oder Herausnehmen des Leopardgeckos

Ein Termin beim Tierarzt, zum Beispiel wegen einer Wurmkur, sollte vorerst verschoben werden bis das Weibchen die Eier abgelegt hat, da der Transport und der Tierarztbesuch an sich die Tierchen sehr stressen.

Sollte das Weibchen nach vier Wochen die Eier noch nicht abgelegt haben, besteht trotzdem kein Grund zur Panik. Überprüfen Sie nochmal, ob alle Bedingungen stimmen und geben Sie dem Weibchen Zeit und vor allem Ruhe. Ein voreiliger Tierarztbesuch deswegen, könnte die Sache nur noch mehr in die Länge ziehen. Außerdem sollte man die Situation nicht zu sehr vermenschlichen. Echsen sind nämlich durchaus in der Lage eine zu lange Tragezeit gut zu überstehen. Ausnahme: sehr junge Weibchen – siehe unbefruchtete Eier

Beobachten Sie Ihren Leo einfach, ob er sich trotzdem normal verhält, frisst, kotet und nicht kränklich wirkt, ein bisschen müde ja, aber apathisch darf er nicht sein. Ein dünner werdender Schwanz ist übrigens normal. Trotzdem sollten Sie den Zustand Ihres Tieres genauestens beobachten, denn zu dünn darf der Schwanz auch nicht werden. Wirkt das Tier apathisch, empfehlen wir einen sofortigen Tierarztbesuch, selbst wenn das Weibchen nur eine Woche über der normalen Trächtigkeitsdauer ist.

Hat das Weibchen nach einigen Wochen immer noch nicht ihre Eier gelegt, rufen Sie den Tierarzt an und bitten um ein Gespräch.  Sollte die „hochschwangere“ Leodame keine Anstalten machen ihre Eier legen zu wollen (Scharren im Terrarium), wird sie vom Tierarzt eine Oxytocin-Spritze und eine Kaziuminjektion bekommen. Oxytocin ist ein Hormon, welches die Wehen anregt. Diese Spritze kostet circa 15 EUR. Legt das Weibchen nach zwei Tagen immer noch keine Eier, bekommt sie eine zweite Injektion.

Sollte das erfolglos bleiben, kann das Tier vor der Operation (bei gutem, aktiven Zustand des Tieres ist eine Op (noch) nicht nötig!) geröntgt werden. Der Tierarzt bestimmt dann den weiteren Verlauf. (Es könnte zum Beispiel sein, dass ein Ei im Körper kaputt gegangen ist und deshalb mit dem umgebenen Gewebe verwachsen ist, weshalb die Eier nicht gelegt werden können.)

Bei einem schlechten Zustand des Leopardgeckoweibchens ist eine Operation die letzte Möglichkeit, sonst verendet es.  Diese Op kostet mit allem drum und dran (außer Röntgen) ungefähr 80 bis 100 EUR.  In der Regel ist das aber nur selten bei erwachsenen, vollausgereiften Leopardgeckoweibchen notwendig. Der Tierarzt wird eventuell auch eine Kastration durchführen, damit dieses Problem nicht wieder auftritt.

Nach einer Operation sollte die Narbe gut beobachtet werden wegen eventuellen Häutungsproblemen an der Stelle. Sollte die Naht aufgehen, sofort zum Tierarzt oder tierärztlichen Notdienst.

Das Gelege

Eier von Rosa

Ein Leopardgeckoweibchen kann in ihrem Leben mehr als 80 Eier ablegen. Abhängig u.a. vom Alter, vom Zustand und der Ernährung des Weibchens und von den Haltungsbedingungen kann ein Weibchen pro Jahr ein bis fünf (manche Züchter berichten auch von sechs, sogar bis sieben) Gelege produzieren. Ein Gelege besteht aus ein bis zwei weißen Eiern.  Manche Leopardgeckopfleger berichten, dass das Weibchen ihr Gelege einige Stunden bis wenige Tage behütet. So mütterlich sind unsere eigenen Leopardgeckomamas nicht. Die Eier sollten nun behutsam aus dem Terrarium entnommen werden und in einen Brutkasten gelegt werden, denn für die erwachsenen Geckos könnten die Jungen als Nahrung angesehen werden oder verletzt werden durch das dominante Verhalten der Großen.

Nach den ersten 48 Stunden nach der Eiablage dürfen die Eier nun nicht mehr gedreht werden, da sich der Embryo im Ei positioniert hat. Dreht man dann das Ei, stirbt er ab. Um dies zu verhindern, hilft es, das Ei mit einem Bleistift vorsichtig an der Oberseite zu markieren.
Die Eischale bleibt immer recht weich und wird nie so hart wie beispielsweise ein Hühnerei.
Das Ei ist nach der Ablage ungefähr 25mm groß und eher länglich. Es wächst bis zum Schlupf noch wenige Millimeter.

Wenn Eier unbefruchtet sind (sogenannte „Wachseier“, fällen sie zusammen und müssen entsorgt werden. Sie sehen auch etwas gelblich aus.
Manchmal kann es auch vorkommen, dass Eier verfaulen oder von Pilzen befallen werden. Dann müssen die umliegenden „gesunden“ Eier in ein frisches Brutsubstrat gelegt werden, das alte Substrat sowie verfaulte Eier werden entsorgt. Verpilzte Eier kann man mit einer fungiziden Salbe aus der Apotheke behandeln. Um das Schimmeln des Substrates vorzubeugen, mengt man etwas Aktivkohle (in manchen Innenfiltern für Aquarien) in das Brutsubstrat.

Inkubator

Inkubator/Brutkasten

Als Inkubator wird der Brutkasten bezeichnet.

Die Vorteile sind, dass eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit und Temperatur gewährleistet werden kann (+-2°C), dadurch ein ungefährer grober! Schlupftermin abgeschätzt werden kann, die Eier nicht durch Futterinsekten geschädigt werden können und die Babygeckos nach dem Schlupf nicht von den Elterntieren tot gebissen oder gefressen werden.

Dauer der Brütezeit

  • bei 25-26 °C entstehen nur Weibchen à ca. 70 – 80 Tage bis zum Schlupf
  • bei ca. 29 °C schlüpfen Männchen und Weibchen à ca. 55 Tage
  • bei 32 °C schlüpfen nur Männchen à ca. 40 Tage
  • ab 33 °C schlüpfen dann wieder Weibchen à ungefähr zwischen 30 und 40 Tagen
  • ab 34 °C wird alles gekocht, hier schlüpft nix mehr.

Die ersten 20 bis 30 Tage sind entscheidend für das Geschlecht des Geckos. Die Zeitigungstemperatur bzw. Bruttemperatur bestimmt übrigens nicht nur das Geschlecht, sondern auch das spätere Verhalten (Grund ist der Hormonhaushalt), teilweise auch die Helligkeit der Farbe des daraus schlüpfenden Leopardgeckos. „Heißgezeitigte Weibchen“ sind beispielsweise aggressiver als Weibchen, die kühler inkubiert wurden. Außerdem lassen sie sich nicht gut mit einem Männchen vergesellschaften und lassen sich – wie unsere Mily – erst gar nicht von dem besteigen.

Inkubatoren gibt es zu kaufen, sind aber recht teuer (ab 40 EUR, oft aber auch über 100 EUR). Man kann sich aber auch selber einen Brutkasten bauen.

Inkubator selber bauen

Dazu benötigt man:

  • ein kleines Aquariumbecken oder Glasterrarium
  • einen Aquarien-Heizstab
  • ein Thermometer
  • Wasser
  • ein stabiles/festes engmaschiges Gitter (bspw. aus Edelstahl oder stabilem Kunststoff)
  • Brutsubstrat (zum Beispiel Vermiculit)
  • eine Glasscheibe als Abdeckung

1. Schritt:

Für das Brutkastengehäuse fand ich ein kleines Terrarium mit Falltür sehr geeignet; HBT 40x30x30cm.
Kleines Terrarium wird als Inkubator umfunktioniert

2. Schritt:

In dieses Terrarium haftet man einen Aquariumheizstab unten waagerecht an die Hinterwand. (Ein Aquariumheizstab für 60 – 80l geht auch). Das Kabel wird oben durch ein Loch im Belüftungsgitter des Terrariums durchgeführt oder später an der Seite nach draußen geführt. Je nachdem, ob die Geckos Männchen oder Weibchen werden sollen, stellt man den Heizer auf eine Temperatur zwischen 25 bis 33°C.

Aquariumheizstab auf die gewuenschte Bruttemperatur stellen Inkubator Brutkasten selber bauen Schritt zwei

3. Schritt:

Dann biegt man sich ein Gitter (Gitterlöcher nicht größer als 5mm!) so zu recht, dass es dieselbe Größe hat wie die Grundfläche des Terrariums; es muss mit der unteren Kante der Tür abschließen.

Ist das Gitter im Terrarium, müssen die Ränder noch überprüft werden, ob auch keine scharfen Stellen vorhanden sind, an denen sich die frisch geschlüpften Babygeckos verletzen könnten.

Es dürfen auch keine kaputten Stellen oder Löcher im Gitter sein (schauen Sie die Ränder gut ab!), damit die kleinen zierlichen Geckos nach ihrem Schlupf nicht versehentlich durch fallen und ins Wasser fallen und ertrinken.

Zur Not hilft es vielleicht auch, Eckleisten oder ein Tuch zwischen Glas und Gitterrand zu klemmen.

Gitter mit einer Zange zurecht biegen

4. Schritt:

Nun kann Wasser ins Terrarium eingelassen werden bis knapp unter die Kante für die Falltür und nur so hoch wie das Gitter noch nicht im Wasser steht.

Das Wasser braucht man über die vielen Wochen nicht wechseln. Sollte man aber dennoch mal einen fauligen Geruch wahrnehmen, wechselt man das Wasser komplett

Wasser bis knapp unters Gitter auffuellen

5. Schritt:

An die Rückwand wird nun das Thermometer zur stetigen Temperaturkontrolle gehaftet.

Es kann vorkommen, dass die Temperatur bis zu 2°C schwankt. Das hat dann was mit der Temperatur außerhalb des Brutkastens zu tun.

Thermometer im Inkubator zur stetigen Kontrolle einer optimalen Bruettemperatur

6. Schritt:

Angefeuchtetes Vermiculit (oder ein anderes Brutsubstrat) wird in eine leere und aufgewaschene, saubere Futterbox (ohne Abdeckung) gefüllt.

Mit dem Finger drückt man kleine Kulen in das Substrat. Da werden später die Eier hinein gelegt. Die Eier sollten nicht vom Substrat bedeckt sein.

Die Box wird aufs Gitter gestellt.

Leopardgeckoeier Inkubator selber zusammenbauen

7. Schritt:

Zum Schluss wird die Falltür schräg und vorsichtig in das Terrarium gestellt, sodass später die Wassertropfen, die sich oben an der Scheibe ansammeln, an der schrägen Fläche ablaufen können und nicht auf die Eier tropfen. Weiterhin kann die feucht-warme Luft nicht entweichen und somit wird eine konstante Temperatur ermöglicht.

Das Kabel wird an der Seite vorbei geführt.

Ein kurzes Stück Eckleiste dichtet dann den vorhandenen Spalt ab.

Falltuer schief rein stellen noch ist ein Spalt vorhanden, aus denen die feuchtwarme Luft entweichen kann Eckleiste aus Kunststoff um den Spalt abzudichten abgedichteter Spalt

Fertig ist der Inkubator!

selbstgebauter Inkubator Brutkasten

Bevor der Brutkasten richtig zum Einsatz kommen soll, sollte er drei bis vier Tage vorher getestet werden, ob auch alles funktioniert und ob die gewünschte Temperatur erreicht wird und konstant (mit minimalen Abweichungen) bleibt.

Der Schlupf

Steht der Schlupf nah bevor, kann man dies an der Eierschale erkennen, die ein paar Tage davor glasig wird bzw. schwitzend aussieht.
Bis unsere Geckos vollständig aus ihren Eiern geschlüpft waren, vergingen ungefähr 45 bis 120 Minuten.

2 Gedanken zu „Fortpflanzung der Leopardgeckos

  1. Bianca Hansen

    Ab wann kann man bei Eublepharis Macularius (Jungtiere) eigentlich das Geschlecht erkennen? Bin am überlegen mir ein Leopardgecko zuzulegen und studiere gerade deine tolle Webseite.

    Antworten
    1. Nancy Jahn

      Hallo Bianca,

      vielen Danke für deinen netten Kommentar! 🙂

      Das Geschlecht erkennt man sicher ab einem Alter von 9 Monaten, manchmal auch schon eher. Züchter können dir aber auch ein sehr viel jüngeres Tier verkaufen und dir sagen, ob es Männlein oder Weiblein ist, da die Temperatur beim Brüten der Eier das Geschlecht des kleinen Geckos bestimmt.
      Besser wäre, wenn du nicht einen, sondern wenigstens zwei, besser noch drei Weibchen zusammen hältst, da Leopardgeckos Gruppentiere sind, das ist ganz wichtig. Viel mehr Arbeit macht das auch nicht und kosten tut es auch nicht wirklich mehr, abgesehen von der Anschaffung der Tiere. Außerdem, die Futterinsekten gibt es in solchen Plastikboxen…ein Leo alleine braucht so wenig Futter, da würden die übrigen Insekten nach der langen Zeit eh kaputt gehen, außer du tust sie in ein größeres Behältnis und versorgst sie mit Futter. Im Zooladen sind Leopardgeckos (Naturfarbe 50 EUR) recht teuer im Vergleich zum Züchter. Auf einer Reptilienbörse bekommst du oft auch einen Gecko mit Wildfarbe für 30 EUR. Wenn du gleich drei Tiere nimmst, kannst du den Preis vielleicht etwas drücken. Oder schau mal bei regionalen Kleinanzeigen im Internet.

      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Schönes We und liebe Grüße, Nancy

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.