Lebensweise / Haltung / Sozialform

Gruppentier oder Einzelgänger

P1230526Leopardgeckos sind in der Natur häufig in Gruppen anzutreffen. Ob sie tatsächlich die Gruppe bevorzugen oder doch eher Einzelgänger sind, ist umstritten Jedoch zeigen sie auch keine typischen Eigenschaften eines Einzelgängers wie es zum Beispiel bei Luchsen, Igeln und Maulwürfen der Fall ist, die Reviere haben und diese gegen Eindringlinge und außerhalb der Paarungszeit auch gegen Artgenossen verteidigen.

Man trifft Leopardgeckos in großer Anzahl an, da sie sich an Stellen sammeln, an denen es warm ist, an denen ein gutes Futterangebot herrscht und an Stellen, die ihnen Schutz vor Fressfeinden und zu großer Hitze am Tag bieten. Leopardgeckos bilden aber keine sozialen Gruppen wie beispielsweise Wölfe. Jedes Tier ist für sich selbst verantwortlich und ein Sozialverhalten in dem Sinne ist bei ihnen nicht vorhanden. Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass auch hier Sympathien und Antipathien unter den Leopardgeckos zu beobachten sind.

Was bedeutet dies nun für die Haltung im Terrarium?

Paarhaltung, mehrere Männchen, artübergreifende Haltung

Wirklich abzuraten ist einer  paarweisen Haltung und der Haltung zweier oder mehrerer Männchen in einem Terrarium.

Die Haltung eines Pärchens ist nicht zu empfehlen, denn das Weibchen stände sehr unter Stress durch die ständige Bedrängung des fast immer paarungswilligen Männchens. Von anderen Leopardgeckobesitzern habe ich zwar auch schon positive Berichte über das Zusammenhalten von einem Männchen mit nur einem Weibchen gehört. Jedes Leopardgeckomännchen hat seinen eigenen Charakter und es gibt auch sehr Friedliche, dennoch möcht ich an dieser Stelle erwähnen, dass bei einer Paarhaltung das Risiko besteht, dass es zu schweren Verletzungen oder sogar zum Verlust des weiblichen Tieres führen kann.

Zwei oder mehrere Männchen dulden einander nicht, daher gilt hier: nur ein männlicher Leopardgecko pro Terrarium. Begegnen sich nämlich zwei Leopardgeckomännchen, kommt es zu Rangkämpfen. Die Folgen sind schwerste Verletzungen bis hin zum Tod des Schwächeren.

Ebenso abzuraten ist von einer Vergesellschaftung von Leopardgeckos mit anderen Reptilien wie beispielsweise anderen Geckoarten; schon allein wegen der unterschiedlichen Bedürfnisse und Lebensweisen nicht.

Einzelhaltung

Manche Halter raten auch einer Einzelhaltung ab. Ehrlich gesagt, ich auch. Im Prinzip spricht aber nichts dagegen, da es keine gesundheitlichen Bedenken gibt. Aber ist es nicht interessanter mehrere Tiere zu beobachten? Immerhin braucht ein einziges Tier genauso viel Platz wie zwei. (Im Anhang ist eine Übersicht über das Verhältnis Anzahl Tiere zur Grundfläche/Länge des Terrariums.) Außerdem habe ich die Beobachtung gemacht, dass mir ein Leopardgecko in Einzelhaltung inaktiver vorkommt. Und seitdem ich noch zwei weitere Weibchen zu unserer großen Gruppe dazu gekauft habe, erscheinen mir selbst die größten Angsthasen auf einmal etwas mutiger und sie sind viel öfter außerhalb ihrer Verstecke zu sehen. Schließlich steigt ja auch die Sicherheit des einzelnen Tieres mit der Anzahl an Gruppenmitgliedern – vielleicht ein bisschen ähnlich wie bei manchen Fischschwärmen.

Harem, geschlechtshomogene Paar- und Gruppenhaltung

Es gibt keine goldene Regel für die Zusammenhaltung von Leopardgeckos, aber die meisten erfahrenen Halter (natürlich nicht bei selektiver Zucht) betrachten eine Haltung im Harem, also eine Gruppe bestehend aus einem Männchen und mehreren Weibchen, als optimal und natürlich. Hier und da liest man oft von der Empfehlung ein Männchen und mindestens zwei Weibchen. Das erscheint mir aber dennoch von der Anzahl der Weibchen her als etwas zu wenig.

Wer keinen Nachwuchs erwünscht, für den ist eine Haltung von ausschließlich nur weiblichen Leopardgeckos  empfehlenswert; beispielsweise eine Paarhaltung von zwei Weibchen oder einer Weibchengruppe.

Probleme bei der Haremshaltung

Die Anzahl der Tiere hängt natürlich von der Größe des Terrariums ab. Eine gute Strukturierung des Terrariums ist natürlich ebenso wichtig zwecks Versteckmöglichkeiten und Oberflächenvergrößerung. Denn Weibchen brauchen Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten, falls das Männchen ihnen zu sehr zusetzt.

DSC_0071Im Allgemeinen verträgt sich ein Männchen gut mit seinen weiblichen Artgenossen. Allerdings kann es während der Paarungszeit ganz schön ruppig zugehen. Jedes Männchen ist anders; es gibt Friedliche und Aggressivere. Unser Leopardgeckomännchen war die letzten Jahre zwar nicht gerade ruhig, aber friedlich, doch dann mussten wir leider erfahren wie aggressiv er werden kann, wenn keine ihn ranlässt. Trotz größerer Anzahl an Weibchen, großer Grundfläche und Anzahl an Verstecken gelang es ihm im Abstand von fünf Wochen zwei Weibchen derart zu verfolgen und sie so sehr zu beißen, dass es zu teils sehr starken, blutigen Verletzungen / Bisswunden kam, die ohne tierärztliche Behandlung  bei einem der Weibchen wahrscheinlich sogar zum Tod geführt hätte. Eine vorübergehende Trennung würde dieses Verhalten wahrscheinlich nur noch verstärken, daher genießt er jetzt leider Einzelhaft, aber natürlich mit Blickkontakt zu den anderen. Zum Schutz der Weibchen wird er gut beobachtet, wenn er mal „ran darf“.

Schlussfolgerung: zu aggressive Männchen besser getrennt von den weiblichen Leopardgeckos halten.

Anhang:

Ungefähre Größe des Terrariums beim Halten

– eines Tieres oder von zwei Tieren: Terrarium mit 80cm Länge
– von drei Leopardgeckos: Terrarium mit 100cm Länge
– von vier Leopardgeckos: Terrarium mit 120cm Länge
– von fünf Leopardgeckos: Terrarium mit 140cm Länge

4 Gedanken zu „Lebensweise / Haltung / Sozialform

  1. Nils

    Ich habe mal eine Frage und zwar wollte ich mir 2 Leos kaufen das Terrarium ist schon fertig es hat folgende Größen 120x40x40 jetzt mache ich mir sorgen ob das Terrarium zu klein ist für 2 Tiere.

    Antworten
    1. Nancy Jahn

      Nein, nein, keine Sorge! Das ist vollkommen ausreichend für zwei, sogar noch für drei Leopardgeckos 🙂
      Wir wünschen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016!

      Liebe Grüße, Nancy

      Antworten
      1. Nils

        Ok vielen Dank für die schnelle Antwort hatte nur bedenken weil die Rückwand 10cm platzt einnimmt (natürlich hat die Rückwand Gänge und Plattformen )

        Ps: Einen guten Rutsch ins neue Jahr

        Antworten
        1. Nils

          Ist das dann auch eine Artgerechte Haltung oder werden sich die Tiere dann eingeengt fühlen. Wie gesagt habe ich ein 120x40x40 Terrarium jedoch gehen mir insgesamt durch die seiten Wand 10 cm verloren (auf jeder Seite 5cm) und durch die Rückwand fehlen mir in der Tiefe auch nochmal 10 cm Natürlich mit Gängen und Plattformen und ich habe mal gelesen das man für 2 Tiere folgende Maßen braucht, 2 Tiere: 100cm x 50cm x 50cm (BxHxT). Natürlich ist mir bewusst das jeder eine andere Ansicht hat jedoch bin ich jetzt ein wenig verwirrt denn mit allen Abzügen besitze ich ja nur ein 110x30x40 Terrarium. Außerdem möchte ich ja nicht nur die Mindestgröße erfüllen denn meine leos sollen natürlich genügend platz haben.

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